Heros-Prozess nähert sich dem Ende – Urteil für 23. Mai geplant (Ddp Dow Jones Wirtschaftsdienst)

25.04.2007

Berlin (ddp.djn). Knapp ein halbes Jahr nach Beginn des Untreue-Prozesses gegen vier ehemalige Verantwortliche des Geldtransportunternehmens Heros nähert sich das Verfahren vor dem Landgericht Hildesheim dem Ende. «Wir streben die Urteilverkündung zum 23. Mai an», sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Schmidt der Nachrichtenagentur ddp.

 
Bereits am kommenden Mittwoch wird Oberstaatsanwalt Andreas Henze sein Plädoyer halten. Den Angeklagten wird neben Bankrott und Insolvenzverschleppung ebenso vorgeworfen, mit einem Schneeballsystem über Jahre hinweg Kundengelder zweckentfremdet zu haben. Damit sollen die Angeklagten sich besonders schwerer Untreue schuldig gemacht haben. Die Höchststrafe liegt bei einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren.
 
Der Heros-Skandal hatte im Februar 2006 für Aufsehen gesorgt, nachdem Unternehmenschef Karl-Heinz Weis sowie weitere Manager festgenommen worden waren. Das mit rund 5000 Mitarbeitern damals größte Geld- und Werttransportunternehmen Deutschlands meldete Insolvenz an. Ermittler stellten in der Folge fest, dass bei Heros insgesamt 540 Millionen Euro veruntreut worden waren. Teile dieses Geldes flossen in das Unternehmen und wurden zur Bezahlung von Rechnungen und Löhnen eingesetzt. Die Angeklagten sollen sich aber auch persönlich bereichert haben. Insgesamt sollen durch den Heros-Skandal rund 1000 Firmen geschädigt worden sein.