Händler müssen Bares direkt einzahlen (Stuttgarter Zeitung)
16.03.2007
FRANKFURT (rtr). Die Bundesbank will die umstrittenen Eigenkonten der Geldtransportfirmen abschaffen, nachdem zwei Unternehmen aus der Branche auf diesem Weg in der Vergangenheit Millionensummen auf diesem Weg von ihren Kunden abgezweigt hatten. Die illegalen, in der Branche offenbar weit verbreiteten Praktiken waren durch die Pleite der größten deutschen Geldtransportfirma Heros ans Licht gekommen. Bisher zahlten die Werttransportfirmen die in den Filialen eingesammelten Beträge stets erst auf ihre Konten bei der Bundesbank ein, von wo sie an die Kunden überwiesen wurden.
Die neue Form der Abwicklung der Einzahlungen von Einzelhändlern direkt bei der Bundesbank könnte jedoch zu größeren Anlaufschwierigkeiten führen. Die Bundesbank sieht die Versorgung der Händler mit Bargeld zwar nicht in Gefahr, räumte aber ein, dass es für einzelne Kunden zu Verzögerungen, zu Abwicklungsproblemen bis hin zur Nichtausführung von Überweisungen kommen könne, wenn die neue Regelung am 1. April in Kraft tritt. Für das neue System sollten sich Händler und Transporteure bis zum 28. Februar registrieren lassen. Das haben nach Angaben der Bundesbank aber "bei Weitem nicht alle" getan. Ab April würden Einzahlungen von Kunden ohne ausgefüllten Meldebogen nicht mehr angenommen oder weitergeleitet. Während die Händler zu kurze Fristen monieren, betonte die Bundesbank, sie habe die Geldtransporteure noch vor Weihnachten über die Umstellung informiert.