35 Jobs gerettet – neuer Boss bringt Arbeit für Schiffsplaner (Ostsee Zeitung)

04.05.2010

Stadtmitte. Große Erleichterung bei den noch 35 Beschäftigten von Warnow Design. Dank des Engagements von Insolvenzverwalter Gerhard Brinkmann und des Mutes des Rostockers Imre Somodi ist das Unternehmen gerettet. „Dieses Glück ist nicht allen in Insolvenz geratenen Firmen hold“, sagt Brinkmann.

Knapp sieben Monate, nachdem Warnow Design durch die Werftenkrise bedingt in finanzielle Schieflage geraten war und Insolvenz anmelden musste, fand sich jetzt ein Investor. Der Diplom-Ingenieur und Firmen-Chef der P&S Projekt GmbH, Imre Somodi (48), übernimmt das Unternehmen. „Wir haben aktuell einen Großauftrag von der Volkswerft erhalten“, begründet Somodi sein Engagement. Er wolle so mit beiden Unternehmen erreichen, dass große Schiffs- und Offshore-Projekte schnell und kompetent bearbeitet werden können.

Die Warnow Design GmbH entstand 2004 als Ausgründung der Konstruktionsabteilung der damaligen Kvaerner Warnow Werft, Rostock. „Die Mitarbeiter haben große Erfahrungen in den Bereichen Schiffs-und Stahlkonstruktion, Ausrüstung, Maschinenbau sowie Fertigungsvorbereitung. Und sind durch den nach wie vor engen Werftbezug auch vertraut mit anspruchsvollen, technologischen Fertigungsprozessen.

„Das macht sie für den Markt interessant“, sagt Brinkmann. Er ist nun sehr zufrieden. „Es ist die Ausnahme, dass eine Insolvenz nach einem halben Jahr beendet ist.“ Warnow Design bestehe „aus dem Wissen der Mitarbeiter“. Nur weil die Firma ihren Hauptkunden, die frühere Wadan Werft verloren habe, sei die Situation eingetreten. „Ich habe ein sehr geordnetes Unternehmen vorgefunden“, sagt Brinkmann. Er sei froh, dass keiner der 47 Mitarbeiter die Arbeit verloren habe. „Einige haben sich beruflich neu orientiert.“ Die Stammbelegschaft mit 35 Mitarbeitern übernimmt Imre Somodi.

Der Diplom-Ingenieur habe Mut bewiesen mit der Übernahme des Unternehmens, sagt der Insolvenzverwalter. Die Situation im Schiffbau sei nach wie vor angespannt und mit vielen offenen Fragen versehen. „Eine Chance für den Schiffbau ist aber da“, gibt sich Imre Somodi überzeugt, der einmal in leitender Funktion auf der Werft gearbeitet hat und die Materie kennt. Er hat nun eine neue Gesellschaft gegründet und diese als Warnow Design & Technology GmbH beim Amtsgericht eintragen lassen.

Dessen Direktor, Peter Häfner, zieht ein Jahr nach der Krise eine erfreuliche Bilanz: „Es scheint so, als würde die Wirtschaftskrise einen Bogen um Rostock machen.“ Häfner stützt seine Aussage auf die ihm aktuell vorliegende Statistik. In den ersten drei Monaten gab es 107 Insolvenzanträge, überwiegend von kleinen Firmen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es aber noch 152.

Einige der 35 Mitarbeiter von Warnow Design sind noch in Kurzarbeit. Das ermögliche ihm einen leichteren Start, sagt Somodi. Er hoffe, dass in einem überschaubaren Zeitpunkt wieder alle ihre Arbeitsplätze einnehmen können.

Die Agentur für Arbeit habe Kurzarbeit trotz Insolvenz möglich gemacht. Das sei nicht selbstverständlich. Dadurch seien Kündigungen vermieden worden, schätzt Brinkmann die Entscheidung der Agentur. Auch deshalb und durch so tüchtige Leute wie Somodi sei die Insolvenz kein „Todesurteil“ gewesen.